Gute und böse Omen auf der Waagschale der Glaubenslehre Teil 1

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Die korrekte islamische Glaubenslehre verwirklicht das Glück und den Erfolg im Diesseits und Jenseits – aufgrund der Richtigkeit ihrer Beweise, ihrer Übereinstimmung mit dem gesunden Herzen, der korrekten natürlichen Veranlagung und dem gesunden Menschenverstand. Der Muslim ist dazu angehalten, Anlässe für Übel und Heimsuchung zu meiden und alles zu unterlassen, was normalerweise schadet. Zudem soll man glauben und überzeugt sein, dass Allah, der Erhabene, der Schöpfer jeder Ursachen und Wirkung ist, dass es keinen Schöpfer und keinen Bestimmer außer Ihm, dem Lobpreiswürdigen, gibt und dass Schaden und Nutzen allein in Seiner Hand sind. Der Islam ist gekommen, um Aberglauben, Wahnvorstellungen und Einbildungen zu beseitigen, die mit dem gesunden Menschenverstand spielen. Die Vogeldeutung – das Suchen nach Omen – gehört zu den Charakterzügen und Glaubensvorstellungen der vorislamischen Zeit der Unwissenheit, die der Islam verboten hat. Was einem Menschen geschieht, hätte ihn nicht verfehlen sollen, und was ihm entgangen ist, hätte ihm nicht zukommen sollen. Alles, was auf der Erde an Schaden oder Unglück geschehen ist und geschieht, ist in der wohlverwahrten Tafel niedergeschrieben, bevor die Seelen erschaffen wurden. Allah, der Erhabene, sagt: „Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es erschaffen - gewiss, dies ist Allah ein Leichtes.“ (Sure 57:22). As-Sa´dî schreibt: „Er, der Erhabene, berichtet über die Allgemeingültigkeit Seiner Bestimmung und Vorherbestimmung: ‚Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst‘ – dies umfasst allgemein alle Geschehnisse, die die Geschöpfe treffen, ob gut oder schlecht. Alles ist in der wohlverwahrten Tafel niedergeschrieben, das Kleine und das Große. Dies ist eine gewaltige Angelegenheit, die der gesunde Menschenverstand nicht erfassen kann – vielmehr verstummen bei ihr die Herzen derjenigen mit Verstand. Aber für Allah ist es leicht. Und Allah teilte Seinen Dienern dies mit, damit diese Grundlage bei ihnen gefestigt wird und sie darauf das aufbauen, was sie an Gutem und Bösem trifft – damit sie nicht verzweifeln und nicht traurig sind über das, was ihnen entgangen ist, wonach ihre Seelen verlangt haben und worauf sie sich gefreut haben, denn sie wissen, dass dies in der wohlverwahrten Tafel niedergeschrieben ist und notwendigerweise eintreten und geschehen muss. Es gibt keinen Weg, es abzuwehren. Sie sollen sich auch nicht über das freuen, was Allah ihnen gegeben hat, also im Sinne der Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit, denn sie wissen, dass sie es nicht durch ihre eigene Kraft und Stärke erlangt haben, sondern durch Allahs Gunst und Wohltat. So beschäftigen sie sich mit dem Dank an den, der die Gaben gewährt und die Übel abgewehrt hat.“

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) hat uns vor der Vogeldeutung und dem Glauben an böse Omen gewarnt und uns zum Optimismus ermutigt. Er sagte: „Es gibt keine (magische) Ansteckung und keine Vogeldeutung, aber ich mag das gute Vorzeichen.“ Sie fragten: „Was ist das gute Vorzeichen?“ Er sagte: „Ein gutes Wort.“ (Überliefert von Al-Buchârî). Und von Abû Hurayra, , wird überliefert, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Es gibt keine (magische) Ansteckung, keine Vogeldeutung, keinen Pechvogel und keinen Unglücksmonat.“ (Überliefert von Al-Buchârî). In einer Überlieferung von Al-Buchârî heißt es: „Es gibt keine Vogeldeutung, und das Beste davon ist das gute Vorzeichen.“ Sie fragten: „Was ist das gute Omen?“ Er sagte: „Das gute Wort, das einer von euch hört.“

Die Aussage: „Und das Beste davon ist das gute Omen“ – das heißt, das beste Vorzeichen. Es bedeutet nicht, dass Omen gut wären, sondern vielmehr, dass das Beste jener Vermutungen, deren Auswirkungen sich in der Wirklichkeit zeigen, das gute Vorzeichen ist. Da fragten die Gefährten nach der Bedeutung des guten Omens, und er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte ihnen: „Das gute Wort, das einer von euch hört.“ Al-Harawî sagte: „Diese Frage (‚Sie fragten: Was ist das gute Vorzeichen?‘) entstand, weil sie an die allgemeine Vorstellung der Vogeldeutung dachten, die sowohl böse als auch schlechte Omen beinhaltet, wie es bei ihnen üblich war.“ Und As-Suyûtî sagte: „Al-Halîmî sagte: Er lobte das gute Omen, nicht die Vogeldeutung, weil der Glaube an böse Omen bedeutet, dass man grundlos schlecht über Allah denkt, während der Optimismus bedeutet, dass man gut von Allah denkt. Der Gläubige ist aufgefordert, in jeder Lage gut von Allah zu denken.“

Die Worte: „Es gibt keine Ansteckung“ lehnt den damaligen Aberglauben ab, dass die Krankheit (magisch) von ihrem Träger auf andere übergeht und dass sie von selbst wirkt. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) lehrte sie, dass dies nicht der Fall ist, sondern dass Allah, der Mächtige und Erhabene, die Krankheit bestimmt und den Schaden herabsendet, und dass die Ansteckung nicht von selbst wirkt, sondern dies durch Allahs Bestimmung und Beschluss geschieht. Dies widerspricht nicht dem Hadith: „Wenn ihr hört, dass die Pest in einem Land herrscht, dann betretet es nicht. Und wenn sie ausbricht, während ihr euch in einem Land befindet, dann verlasst es nicht, um davor zu fliehen.“ (Überliefert von Al-Buchârî). Die Gelehrten haben diesen scheinbaren Widerspruch in diesen Hadithen aufgelöst und sie in Einklang gebracht. An-Nawawî schreibt: „Ein Beispiel für die Kombination der Hadithe ‚Es gibt keine Ansteckung‘ und ‚ein Kranker darf nicht bei einem Gesunden eintreten.‘ Beides kann vereinbart werden, weil Krankheiten nicht von selbst übertragen werden, vielmehr bestimmte Allah, der Lobpreiswürdige und Erhabene, dass sie durch Kontakt übertragen werden. Daher verneinte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) im ersten Hadith den Aberglauben der vorislamischen Zeit von der magischen Ansteckung, und wies im zweiten darauf hin, dass man Ursachen meiden soll, die gewöhnlich mit Allahs Erlaubnis schaden.“

Die Aussage: „Es gibt keine Vogeldeutung“ – auf Arabisch Tatayyur ‚Omen‘, ‚Vogelflugdeutung‘, ‚Wahrsagerei‘. Niemand soll also meinen, dass das, was er zur Ursache für Pessimismus gemacht hat – ob es ein Geschöpf, ein Ort oder eine Zeit ist – die Ursache für das ist, was ihm geschieht. Vielmehr geschieht alles durch Allahs, des Mächtigen und Erhabenen, Bestimmung. Und seine Aussage: „Und keinen Pechvogel (Hâma)“ – das ist der Name eines Vogels, der nachts fliegt, mit dem sie Pessimismus verbanden. Und seine Aussage: „Und keinen Unglücksmonat (Safar)“ – das ist der bekannte Mondmonat Safar, den die Araber als Unglücksmonat bezeichneten. Er ist ein Monat von den Monaten Allahs, in dem Gutes und Böses geschehen, und nichts geschieht in ihm oder in anderen Monaten und Tagen außer durch Allahs, des Mächtigen und Erhabenen, Bestimmung.

Dieser Hadith „Es gibt keine Ansteckung und keine Vogeldeutung, und ich mag das gute Omen“ in seinen Versionen verbietet Omen, die mit Namen, Worten, Orten, Personen und der Zeit verbunden werden, vielmehr hängt alles von Allahs Bestimmung ab. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) vereinte darin zwei Verbote und ein erwünschtes ‚Omen‘. Die zwei Verbotenen sind die magische Ansteckung und die Vogeldeutung. Das Erwünschte ist das gute Omen. Und dies gehört zur Lehre des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) für seine Umma.

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