Die Schlacht von Hunain ... ihre Gründe und Folgen - Teil 2

Die Schlacht von Hunain ... ihre Gründe und Folgen - Teil 2
  • Veröffentlicht:09.09.2009
  • Kategorie:Höhepunkte
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Folgen dieser Schlacht:

 
Zu den Hauptfolgen dieses Feldzuges gehört vor allem die Frage der Verteilung der Beute. Die Muslime hatten in dieser Schlacht viel Beute gemacht und der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken war derjenige, der sie verteilen sollte. Die Verteilung basierte auf einer weisen Politik, aber sie wurde anfangs von einigen nicht verstanden, deshalb waren verschiedene Stimmen dagegen und es wurde viel geredet und gezweifelt.
 
Ibn Ishâq berichtet von Abû Sa'îd Al-Chudrî  möge Allah mit ihm zufrieden sein eine Zusammenfassung der Frage der Beuteverteilung. Er sagte: "Als Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken den Leuten von Quraisch und den anderen arabischen Stämmen von der Beute gegeben hatte, was er geben wollte, wobei das Lager der Ansâr davon ausgeschlossen war, waren sie zum Teil unzufrieden und einige sprachen schlecht über das Geschehene. Einer der den Medinenser sagte: «Bei Allâh! Allâhs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken hat seinen Stamm wiedergefunden!» Da begab sich Sa'd ibn Udâda zum Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und sagte ihm: «O Gesandter Allâhs, das Lager der Ansâr ist mit deiner Beuteverteilung nicht zufrieden. Du verteiltest unter deinem Stamm und gabst auch den anderen arabischen Stämmen riesige Gaben. Das Lager der Ansâr bekam jedoch nichts.» Da fragte der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : «Von wo bist du, o Sa'd?» Er antwortete: «O Allâhs Gesandter, ich bin nur einer meines Stammes!» Da sagt er: «So sammle mir deinen Stamm auf diesem Hof!» Da ging Sa'd hinaus und versammelte die Ansâr. Auch einige der Muhâdschirun kamen und er ließ sie eintreten. Anderen wiederum verweigerte er den Zutritt. Als das Volk sich versammelt hatte, ging Sa'd zum Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und sagte: «Das Lager der Ansâr hat sich versammelt und wartet auf dich.» Da ging der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu ihnen, lobte Allâh, den Erhabenen, und dankte Ihm, dann sagte er: «O ihr Leute der Ansâr, mir wurde mitgeteilt, was ihr über mich sprecht! Ist es eine innere Unzufriedenheit mir gegenüber? Kam ich nicht zu euch, während ihr im Irrtum wart, und dann leitete euch Allâh recht? Wart ihr nicht bedürftig, worauf euch Allâh unabhängig machte? Wart ihr nicht verfeindet, woraufhin Er eure Herzen zusammenfügte?» Sie antworteten: «Doch, Allâh und Sein Gesandter sind uns lieber und besser.» Dann sagte er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : «Antwortet ihr mir nicht, o Ansâr?» Sie entgegneten: «Was sollen wir dir antworten? Allâh und Seinem Gesandten gehört die Gunst und Überlegenheit.» Er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: «Bei Allâh, wenn ihr gewollt hättet, hättet ihr antworten können, und ihr hättet damit die Wahrheit gesprochen und euch wäre geglaubt worden: «Du kamst zu uns, verleugnet, da glaubten wir dir. Im Stich gelassen, da halfen wir dir. Vertrieben, da empfingen wir dich. Arm, da unterstützten wir dich.» O ihr Leute der Ansâr, empfindet ihr etwas gegen mich, wegen etwas Vergänglichem, Wertlosem dieser Welt, mit dem ich ein Volk vereinte, damit sie den Islâm annehmen, während ich auf euren Islâm vertraute? O ihr Leute der Ansâr, seid ihr nicht damit zufrieden, dass die Leute mit den Schafen und Kamelen gehen, während ihr mit Allâhs Gesandten Möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zurückkehrt? Bei Demjenigen, in Dessen Hand die Seele von Muhammad liegt! Hätte es keine Hidschra gegeben, so wäre ich einer von den Ansâr, und würden alle Leute einen Pfad einschlagen, und die Ansâr einen anderen, so schlüge ich den Pfad der Ansâr ein. Ihr werdet die Wirkung davon nach mir spüren. So habt Geduld, bis ihr mich im Paradies trefft. O Allâh, erbarme Dich der Ansâr, und der Kinder der Ansâr und der Kindeskinder der Ansâr.» Da weinten die Leute, bis ihre Bärte nass wurden, und sagten: «Wir sind mit Allâhs Gesandten als unseren Anteil zufrieden.»" Dann gingen der Prophet und die Leute weg.
 
Die Schlacht von Hunain beinhaltet viele bedeutsame Lehren des islâmischen Glaubens sowie der praktischen Anwendung der Regelung von Ursache und Wirkung.
 
Wenn die Schlacht von Badr die Muslime lehrte, dass es der kleinen muslimischen Gruppe nichts schadet, wenn sie wirklich glaubt und die Gründe des Siegens verfolgt, wenn ihre Feinde mehr und mächtiger sind, so lernen die Muslime aus der Schlacht von Hunain eine neue Lehre, nämlich: Die Überzahl hat im Kampf keine Bedeutung, wenn man sich nicht mit der Waffe der Religion und des Glaubens rüstet und die erforderlichen Maßnahmen für das Siegen trifft. Denn Sieg oder Niederlage hängen nicht von der Überzahl ab. Es gibt vielmehr noch andere Gründe, die nicht von geringerer Bedeutung sind, ja sie können sogar wichtiger für die Entscheidung einer Schlacht sein.
 
Hunain war also eine Lehre, die für die Muslime von großer Bedeutung ist. Sie lernten daraus die Gesetzmäßigkeiten und Regeln des Siegens. Allâh, der Erhabene, sagt: "O die ihr glaubt, wenn ihr Allâh helft, hilft Er euch und festigt eure Füße." (Sûra 47:7)
 
Auch die Haltung von Umm Sulaim zeigt, wie sich die muslimischen Frauen bemühten, am Kampfgeschehen an der Seite des Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , seiner Da'wa und der Verkündung seiner Botschaft teilzunehmen.
 
Zu den Lehren dieses Feldzuges gehört ferner die Weisheit des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken bei der Beuteverteilung, denn er gab denjenigen Muslimen, die erst im Jahr der Eroberung Makkas Muslime geworden waren, mehr Beute als den anderen. Hier beachtete er nicht die Regel der Gleichheit unter den Kämpfern. Daraus lässt sich lernen, dass der muslimische Herrscher das Recht hat zu entscheiden, was er für richtig und für die Muslime im Diesseits und Jenseits für nützlich hält.
 
Man lernt weiterhin, dass es eines der Hauptmotive des Dschihâdes im Islâm ist, die Leute zum Islâm aufzurufen, sie zum geraden Weg rechtzuleiten und sie mit der wahren Religion bekannt zu machen. Dies ist auch Hauptziel der islâmischen Scharî'a. Die Muslime verfolgten mit dem Krieg keine wirtschaftlichen Ziele oder politischen Zwecke. Dies begründet das Verhalten des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gegenüber Mâlik ibn Auf, dem Hauptverursacher der Schlacht von Hunain. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken fragte seine Gefährten nach Mâlik. Sie erwiderten ihm: "Er befindet sich in Tâ`if bei den Leuten von Thaqîf." Er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: "Teilt ihm mit: «Wenn er kommt und den Islâm annimmt, werden wir ihm seine Familie, sein Vermögen und noch einhundert Kamele geben.»" Mâlik erfuhr davon und folgte dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , bis er ihn erreichte. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gab ihm seine Familie, sein Vermögen und einhundert Kamele. Mâlik nahm den Islâm an und hielt ihn in Ehren. Überliefert von Ibn Ishâq.
 
Dies alles - und noch vieles mehr - beweist klar und deutlich, dass der Dschihâd im Islâm im Grunde genommen die praktische Durchführung dessen ist, die Leute zum Guten aufzurufen und vom Falschen abzuhalten. Hauptaufgabe des Dschihâdes und Hauptziel der Scharî'a insgesamt bestehen darin, die Leute zur wahren Religion aufzurufen und ihnen die Sicherheit zu gewährleisten, diese Religion von sich aus anzunehmen.
 
 
 

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