Zufriedenheit Ein Paradies auf Erden

Zufriedenheit  Ein Paradies auf Erden
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Wie wir in vorangegangenen Artikeln bereits erwähnt haben, kann Anbetung in zwei Kategorien unterteilt werden: Die Anbetung des Herzens und die Anbetung der Gliedmaßen. Die Anbetung des Herzens ist Allâh dem Hocherhabenen womöglich lieber, da sie der Anbetung der Gliedmaßen einen Sinn gibt.

Zufriedenheit ist eine Anbetungshandlung des Herzens. Ibn Taimiya sagte über die Zufriedenheit:

„Zufriedenheit ist das größte Tor, durch das man zu Allâh eintreten kann. Sie ist die Quelle der Ruhe für den Anbetenden und das Paradies auf Erden. Wer es nicht betritt, der wird das Paradies im Jenseits nicht betreten."

Bist du zufrieden mit Allâhs Handeln?

Eine Methode, durch die wir erkennen können, ob wir Zufriedenheit haben, besteht darin, uns selbst zu fragen, ob wir Unmut in unseren Herzen verspüren, wenn wir geprüft werden oder wenn die Dinge nicht so ablaufen, wie wir es gerne hätten.

Dies bedeutet nicht, dass wir nicht ehrgeizig sein oder große Ziele haben sollen. Wir sollten hart arbeiten, und wenn wir fallen, dann sollten wir uns selbst wieder aufraffen und versuchen härter zu arbeiten oder Alternativen zu finden. Es bedeutet nicht, dass man aufgibt, wenn es Schwierigkeiten gibt – doch wenn es beispielsweise jemanden gibt, den wir heiraten möchten, und diese Person heiratet jemand anderen, dann ist die Angelegenheit damit erledigt. Oder wenn wir eine bestimmte Arbeitsstelle anstreben und diese einem anderen gegeben wird, dann war es zu diesem Zeitpunkt eben nicht für uns bestimmt. Es kann bedeuten, dass wir uns zu einem anderen Zeitpunkt bewerben sollen oder für eine andere Arbeitsstelle – nur Allâh weiß es. Doch der springende Punkt bei der Zufriedenheit ist, dass wir in unseren Herzen keinen Unmut verspüren. Wenn wir beispielsweise all unsere Anbetungshandlungen verrichten und allgemein gute Muslime sind, jedoch trotzdem in Kalamitäten geraten oder spüren, dass unser Bittgebet nicht beantwortet wurde, dann hegen wir keinen Groll in unseren Herzen: „Ich habe alles getan, doch Allâh hat mir nicht gegeben, was ich will!"

Wie kann man Zufriedenheit erlangen?

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Derjenige, der mit Allâh als seinem Herrn, mit dem Islâm als seiner Religion und Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) als seinem Propheten zufrieden ist, hat die Süße des Glaubens geschmeckt." (Muslim).

Wir müssen zu allererst wissen, dass Allâh der Hocherhabene uns unseren Unterhalt zugeteilt hat! So lange wir arbeiten, bekommen wir, was uns zugeschrieben wurde. Zudem sagte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Wisse, dass selbst wenn sich die ganze Gemeinschaft versammeln würde, um dich mit etwas zu begünstigen, sie dich mit nichts begünstigen kann außer mit dem, was Allâh für dich bereits niedergeschrieben hat; und dass sie, wenn sie sich versammeln würde, um dir mit etwas zu schaden, nicht fähig wäre dir mit etwas zu schaden außer mit dem, das Allâh bereits gegen dich niedergeschrieben hat!" (At-Tirmidhî).

Allein dieses Wissen zu besitzen, sollte uns stärken, da wir wissen, dass alles, was geschieht, mit der Erlaubnis Allâhs des Hocherhabenen geschieht. Dies sollte uns nicht daran hindern nachzudenken und zu versuchen herauszufinden, wie sehr unsere Taten eine Rolle spielten. Aus einer Erfahrung zu lernen, ist auch ein Teil von Zufriedenheit, weil man darauf vertraut, dass Allâh der Hocherhabene einem durch eine Prüfung eine Lektion erteilt.

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erinnert uns an etwas Tiefgründiges: „Wer in Sicherheit in seinem Heim aufwacht und körperlich gesund ist und Versorgung für den Tag besitzt, der hat allen weltlichen Besitz erlangt, den er benötigt." (At-Tirmidhî).

Preis sei Allâh – niemand von uns weiß, wann sein letzter Tag sein könnte! Doch wenn wir am Morgen mit diesen drei Dingen aufwachen, dann haben wir alles, was wir benötigen. Wir sollten nicht andere Leute ansehen und fragen, warum Allâh der Hocherhabene gewissen Leuten Erfolg über uns gewährt hat. Wir haben alles, was wir brauchen!

Bittgebet für Zufriedenheit     

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Es gibt keinen muslimischen anbetend Dienenden, der am Morgen und am Abend dreimal sagt »Ich bin zufrieden mit Allâh als meinem Herrn, mit dem Islâm als meiner Religion und mit Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) als meinem Propheten«, außer dass er das Recht darauf hat, dass Allâh am Tag des Gerichts mit ihm zufrieden ist." (Ahmad).

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte auch: „Wer, wenn er den Gebetsrufer hört, sagt »Und ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allâh gibt, Er ist Einzig und hat keinen Teilhaber, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein anbetend Dienender und Gesandter ist. Ich bin zufrieden mit Allâh als Herrn, Muhammad als Propheten und dem Islâm als Religion«, dessen Sünden werden alle zusammen vergeben." (Muslim).

Es ist, als wird uns angeordnet, diese Aussagen auszusprechen, damit sie in unsere Herzen dringen.

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sprach auch folgendes Bittgebet: „O Allah! Mache mich zufrieden mit Deiner Verfügung, damit ich nicht zu dem eile, was Du aufgeschoben hast, oder das aufschiebe, was Du beschleunigt hast!"

Wie kann man wissen, ob man Zufriedenheit hat?

Man hat Zufriedenheit, wenn

- man Istichâra (Bitte um richtige Entscheidung) betet, wenn man eine Entscheidung zu fällen hat. Beim Istichâra-Gebet bittet man Allâh den Hocherhabenen wörtlich darum, auszuwählen, was am besten für einen ist;

- man keinen Unmut zeigt, nachdem etwas bestimmt wurde, indem man Al-hamdu li-llâh (Aller Lobpreis gebührt Allâh) sagt;

- die eigene Liebe zu Allâh nicht abnimmt, wenn man geprüft wird.

Beispiele von Menschen, die mit der Verfügung Allâhs zufrieden waren

Stell dir den verheerenden Zustand des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) vor, als er seinen Sohn Ibrâhîm verlor! Er war ungefähr 60 Jahre alt, als er ihn bekam, und so glücklich, dass er Ibrâhîm zu Prophetengefährten brachte, nur damit diese ihn sehen. Als er verstarb, weinte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Doch was sagte er? „Die Augen vergießen Tränen und das Herz ist betrübt, doch wir sagen nichts außer das, was unserem Herrn gefällt. Gewiss, o Ibrâhîm, haben wir durch deinen Weggang von uns einen Verlust erlitten!"

Dies lehrt uns, dass mit Allâh dem Hocherhabenen zufrieden zu sein nicht bedeutet, dass wir uns nicht traurig oder enttäuscht fühlen, sondern vielmehr keinen Ärger oder Unmut gegenüber Allâh verspüren dürfen.

Immer wenn Umar  möge Allah mit ihm zufrieden sein von Unheil heimgesucht wurde, dankte er Allâh für vier Dinge:

Dass die Prüfung nicht in seiner Religion war.

Dass die Prüfung nicht größer war als sie war.

Dass er, wenn er auf die Prüfung mit Geduld reagiert, eine unermessliche Belohnung bekommen werde.

Dass er sich an das größere Unheil des Verlustes des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erinnerte.                                                                                   

Dann sagte er: „Es interessiert mich nicht, was mir geschieht, so lange ich Muslim bin."

Ein letztes Beispiel ist das des Prophetengefährten Umrân ibn Husain  möge Allah mit ihm zufrieden sein. Er war ein Prophetengefährte und leidenschaftlicher Kämpfer, der sich an den Feldzügen des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) beteiligte. Allerdings war er 30 Jahre lang, bis er verstarb, von der Hüfte abwärts gelähmt. Einige andere Prophetengefährten sahen ihn und weinten – weil sie wussten, wie er früher einmal war. Doch er setzte ihnen entgegen: „Ihr weint, doch ich bin zufrieden. Ich liebe, was Allâh liebt und ich bin mit dem zufrieden, mit dem Allâh zufrieden ist, und ich bin glücklich über das, was Allâh entscheidet. Ich verbleibe in diesem Zustand und bei Allâh, ich kann die Engel um mich herum spüren, wie sie Allâh lobpreisen! Allâh prüft meine Zufriedenheit mit Ihm. Bezeugt also, dass ich zufrieden bin!"

Als ich diese Geschichte las, erinnerte ich mich an den Film „Das Millionen-Dollar-Baby". Eine Boxerin war zu einer Berühmtheit geworden, wurde jedoch gelähmt, nachdem ihre Gegnerin sie k.o. geschlagen hatte, nachdem sie den Kampf gewonnen hatte, wobei ihr Genick gebrochen wurde. Danach verlor sie den Lebenswillen – sie wollte in diesem Zustand nicht weiterleben, nach allem, was sie erreicht hatte. Das Beispiel Umrâns ist dagegen inspirierend, da er wusste, dass nichts außerhalb des Macht-, Wissens- und Barmherzigkeitsbereiches Allâhs liegt. Und wenn es dies ist, was Allâh bestimmt hat, dann war er zufrieden damit.

Möge Allâh der Hocherhabene uns ein Herz voller Zufriedenheit geben! 

 

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