Durchbrechen des Sündenkreislaufs

Durchbrechen des Sündenkreislaufs
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„Ich habe mich in meinem Leben schon zu oft selbst enttäuscht. Es auf das Gold abgesehen zu haben, es halbwegs zu erlangen und dann aufzugeben, als wäre es nichts… als wäre es das alles nicht wert. Jedes Mal, wenn ich dies tue, starre ich auf mein erbärmliches Abbild im Spiegel und sage: „Was zum Kuckuck ist mein Problem? Was verstehe ich nicht? Warum sehe ich das Höllenfeuer nicht vor meinen Augen? Warum bin ich mir so sicher, ins Paradies zu kommen, obwohl ich diese Dinge tue, während ich meine Macken mit allen möglichen Ausreden rechtfertige?“

Wenn wir uns keine Zeit nehmen, um uns bewusst zu machen, warum wir Sünden begehen, werden wir möglicherweise niemals in der Lage sein, sie zu unterlassen. Es gibt viele verschiedene Arten von Fehlern, und diese genau zu bestimmen, macht einen großen Unterschied.

Der erste Fehler ist Unwissenheit. Bei diesem Fehler erkennen wir nicht die Gefahr des Ungehorsams gegenüber dem Schöpfer. In diesem Fall sollten wir folgenden Ratschlag unserer Vorfahren beherzigen: „Sieh niemals auf die Geringfügigkeit der Sünde, die du begehst! Erkenne stattdessen die Größe Desjenigen, gegen Den du sündigst!“

Der nächste Fehler ist, dass man lediglich den eigenen Gelüsten folgt. Wir wissen, dass die beabsichtigte Tat falsch ist und dass wir gegen den Allmächtigen sündigen; dennoch verrichten wir sie auf Grund der Schwäche, unsere eigenen Gelüste nicht beherrschen zu können. In diesem Fall sollten wir Selbstbeherrschung und Selbstbeschränkung erlangen, um nicht als jene zu gelten, über die Allâh im Qurân sagt:

„Was meinst du wohl zu jemandem, der sich als seinen Gott seine Neigung genommen hat, den Allâh trotz (seines) Wissens hat in die Irre gehen lassen und dem Er das Gehör und das Herz versiegelt und auf dessen Augenlicht eine Hülle gelegt hat? Wer könnte ihn nach Allâh rechtleiten? Bedenkt ihr denn nicht?“ (Sûra 45:23).

Ein weiterer Fehler ist als der „Zeitzonen-Fehler“ bekannt. Dieser stellt eine Sünde dar, die von einer Zeit oder einem Ort direkt abhängig ist. Dies reicht von „Ich begehe diesen Fehler nur dann, wenn ich nachts lang wach bleibe“ bis „Ich mache diesen Fehler nur dann, wenn ich meine Freundin bei ihr zu Hause besuche“. Diese Fehler sind am leichtesten vermeidbar, wenn man in der Lage ist, die entsprechende „Zeitzone“ nicht zu betreten. Wenn beispielsweise die Gesellschaft eines bestimmten Freundes immer dazu führt, dass man eine Sünde begeht, dann ist die beste Methode, diese Sünde zu vermeiden, keine Zeit mehr mit diesem Freund zu verbringen. Manchmal sind wir jedoch nicht in der Lage, das „Zeitzonen“-Element aus unserem Leben zu verbannen. In diesem Fall sollten wir zum Zeitpunkt, zu dem wir wissen, dass wir Gefahr laufen, eine bestimmte Sünde zu begehen, besonders bemüht sein, diese zu unterlassen. Zu diesen „Zeitzonen-Fehlern“ gehört ein weiterer namens „Kameradenfehler“. Unsere Freunde beeinflussen uns in hohem Maße. Wenn wir uns mit Leuten umgeben, die sündigen, erhöhen wir unsere Wahrscheinlichkeit zu sündigen ebenso. 

Die schlimmste all dieser Sünden ist jedoch die offen begangene Sünde. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Meiner ganzen Umma wird möglicherweise vergeben werden, außer jenen, die öffentlich sündigen. Es entspricht offenem Sündigen, wenn ein Mann nachts etwas tut, dann morgens kommt, und obwohl Allâh seine Sünde verdeckt hat, sagt: »O Soundso, letzte Nacht hab ich dies und jenes getan!«. Während sein Herr ihn (seine Tat) die ganze Nacht lang verdeckte, offenbart er am Morgen das, was Allâh für ihn verdeckt hat.“

Wenn man diese Sünden erkannt hat, sollte man einige Maßnahmen ergreifen. Ich habe von den Menschen viele verschiedene Dinge darüber gehört, was zu tun ist, nachdem man eine Sünde begangen hat. Die Sechs-Stufen-Abhilfe halte ich allerdings für die umfangreichste. Diese sechs Stufen umfassen Folgendes:

Das Eingestehen des Fehlers;

das Bereuen gegenüber Allâh;

das Vermeiden von Ausreden;

die aufrichtige Absicht, sich zu ändern;

das ständige Bewusstmachen der Folgen der Sünde;

keine Kerze zu sein – die Anderen Licht spendet und einen selbst verbrennt.

Letztendlich sollten wir erkennen, dass eine Ärztin keine Ärztin ist, weil sie dies behauptet. Eine Chirurgin ist keine Chirurgin, weil sie behauptet, dass sie geschickt mit ihren Händen ist. Eine Lehrerin ist keine Lehrerin, weil sie sagt: „Ich kann lehren.“ Sie müssen erst eine Reihe von Prüfungen ablegen - und nicht jeder besteht sie.

„Meinen die Menschen, dass sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie sagen: »Wir glauben«, ohne dass sie geprüft werden?“ (Sûra 29:2).

Möge Allah uns zu denjenigen machen, die ihre Fehler sehen und sie beheben, und zu denjenigen, die die Fehler anderer Menschen sehen und diesen darüber hinweghelfen!

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