Eine saubere Wohnung

Eine saubere Wohnung
  • Veröffentlicht:19.09.2021
  • Kategorie:Eheleben
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Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Reinheit ist die Hälfte des Glaubens“ (Al-Buchârî). Sauberkeit in unseren Häusern ist nicht nur eine Frage der Routine, sondern Teil unserer Religion. Die Worte des Propheten haben in dieser Hinsicht Gewicht.

Unser Zuhause ist der Ort, an dem wir leben, essen, schlafen und beten und kommt für unsere Familie einer Moschee gleich. Dieser Ort verdient daher Beachtung, die sich darin zeigt, dass wir unser Heim reinhalten. Allâh der Erhabene sagt: „… und macht eure Häuser zu Gebetsstätten“ (Sûra 10:87).

Es stellt sich die Frage, warum wir auf unser Zuhause Wert legen sollten. Schließlich ist es nur ein Gebäude. Doch Allâh der Allmächtige sagt im Qurân: „Seid Mir dankbar und seid nicht undankbar gegen Mich“ (Sûra 2:152).

Es kommt darauf an, wie wir die Dinge betrachten. Häuser sind nicht nur Gebäude; vielmehr Gnaden, die uns von unserem Schöpfer gegeben wurden. Deshalb ist es Pflicht, die Segnungen Allâhs des Allmächtigen zu achten und zu würdigen. Könnte sich jemand vorstellen, ein Geschenk Allâhs zu veruntreuen? Wer all dies aus diesem Blickwinkel betrachtet, der wird den wahren Wert der Gnaden Allâhs richtig einordnen.

Unsere Häuser sind einer der zahlreichen Segnungen, die uns in diesem Leben gewährt werden. Sie sind für uns sowohl eine Prüfung als auch ein kostbares Geschenk, das nicht allen zuteilwird. Bei einem Projekt, an dem ich kürzlich arbeitete, drehte ich einen Dokumentarfilm über obdachlose Frauen und Kinder in meiner Stadt. Ich sah Menschen, die im Freien und unter provisorischen Pappzelten schliefen. Das war schockierend. Ich wusste zwar, dass dieser Zustand die ganze Zeit bestand, aber die direkte Konfrontation zwang mich, alle mir verliehenen Gaben zu überdenken.

Obdachlose gibt es in jeder Stadt. Egal wohin man geht, in jedem Teil der Welt ist Obdachlosigkeit eine Realität. Die muslimische Gemeinschaft ist von solchen unangenehmen Bedingungen nicht ausgenommen. Was auch immer die Gründe für Obdachlosigkeit sein mögen, nicht jeder hat den Vorteil, ein Dach über dem Kopf zu haben, wenn es regnet, oder Möbel zum Sitzen anstelle der schmutzigen Straße. Allâh der Allmächtige sagt: „Allâh ist wahrlich voll Huld gegen die Menschen. Aber die meisten von ihnen sind nicht dankbar“ (Sûra 10:60).

Selbstverständlich müssen wir die Böden nicht täglich schrubben, aber ein ordentliches Zuhause pflegt unseren Geisteszustand und ermutigt uns, Vertrauen zu haben, was den Optimismus nährt. Es besteht die Vermutung, dass Menschen, die von ständiger Unordnung umgeben sind, depressiv und desolat werden. Wenn sich eine Frau schlecht fühlt, kann der Zustand ihres Hauses ein direktes Spiegelbild ihres Befindens sein. Durch geordnete und saubere Wohnungen sind wir besser gerüstet, mit schwierigen Situationen umzugehen und bessere Muslime zu sein.

Reinheit ist auch ein wunderbares Geschenk, das wir unseren Kindern beibringen können. Kinder lernen durch unser Beispiel. Ihre Gewohnheiten werden mit unseren eigenen gleichziehen – ob im Guten oder Schlechten. Kindern Regeln der Reinheit beizubringen, wird ihnen helfen, während der Schulzeit und auch später im Beruf erfolgreich zu sein, denn Ordnung und Reinheit sind Eigenschaften, die in allen Lebensbereichen und Berufen nützlich sind.

Reinheit ist auch ein wichtiger Aspekt der Da‘wah (Aufruf zum Islâm). Sie stellt einen der vielen wunderbaren Vorzüge dar, die sich aus der Ausübung unserer Religion ergeben. Mietet beispielsweise eine muslimische Familie ein Haus und hinterlässt es sauber, wird der Eigentümer der Immobilie in Zukunft dazu neigen, diese an andere Muslime zu vermieten. Unsere alltäglichen Handlungen können entweder einen guten oder einen negativen Eindruck hinterlassen, der jahrelang in Erinnerung bleibt.

Durch die Reinhaltung unserer Häuser nach bestem Wissen und Gewissen machen wir unseren Wohnraum zu einem begehrenswerteren Ort für unsere Familien und uns selbst.  Darüber hinaus üben wir unsere Religion aus, indem wir die Hälfte unseres Glaubens erfüllen und eine tiefe Dankbarkeit für die Segnungen zeigen, die uns in diesem Leben geschenkt wurden, in der Hoffnung, im nächsten Leben eine bessere Wohnstätte zu erhalten – so Allâh will!

Allâh der Erhabene sagt: „Und als euer Herr ankündigte: ,Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen …‘“ (Sûra 14:7).

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