Zur größten Form der Dankbarkeit für die Gnade der reumütigen Umkehr gehört, dass man sie einhält, indem man geradlinig dem rechten Weg folgt
Fatwâ-Nummer: 45134

  • Fatwâ-Datum:14-2-2019
  • Bewertung:

Frage

Ich bin ein junger Mann. Früher habe ich mir gerne über verschiedene Medien unter anderem pornografische Filme angesehen. Doch im Ramadân habe ich angefangen, mich an die religiösen Vorschriften zu halten – Allâh sei gelobt! Nach dem Monat Ramadân habe ich mich Allâh aufrichtig voller Reue zugewandt. Mit dem Verstreichen der Tage begannen mir die Nacktfotos in den Sinn zu kommen und auf mich einzuwirken. Zudem habe ich begonnen, mir nackte Mädchen in erotischen Positionen vorzustellen, bis hin zu Familienangehörigen. Es sei beachtet, dass ich versuche, Widerstand zu leisten, aber manchmal ohne Erfolg. Sündige ich durch diese Vorstellungen? Was soll ich nun tun, damit diese Dinge bei mir aufhören? Es sei bemerkt, dass ich gerne an meiner Religion festhalten möchte und Angst habe, wieder in meinen früheren Zustand zurückzufallen!

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

Du solltest wissen: Indem du dich reumütig davon abgewandt hast, dir solche Filme anzuschauen, hast du den guten Pfad eingeschlagen und dich an den richtigen Weg gehalten. Das ist eine Gnade, für die man Allâh dem Erhabenen danken muss. Und zu den größten Formen der Dankbarkeit für diese Gabe gehört es, dass man sie beibehält, indem man geradlinig dem rechten Weg folgt und nicht ins Verderben gerät, nachdem man zuvor dem rechten Weg gefolgt ist. Und zweifelsohne gehört dies zu den Dingen, die den Satan ärgern. Denn seine Absicht ist es, deine reumütige Umkehr und deinen Glauben mit solchen Gedanken zu verderben. Wenn du sie abwehrst und dich von ihnen nicht beeinflussen lässt, dann werden sie dir nicht schaden. Abû Dâwûd überlieferte in seiner Hadîth-Sammlung (As-Sunan), dass Ibn Abbâs  möge Allah mit ihm zufrieden sein sagte:

„Ein Mann kam zum Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und sagte: »O Gesandter Allâhs, jemand unter uns bemerkt manchmal in seinem Inneren Dinge, die ihm in den Sinn gebracht werden; zu Asche (verbrannt) zu werden wäre ich lieber, als sie auszusprechen.« Da entgegnete der Prophet: »Allâhu Akbar (Allâh ist größer)! Allâhu Akbar! Allâhu Akbar! Der  Lobpreis gebührt Allâh, Der seine [des Satans] List zur Einflüsterung beschränkte!«“

Wenn jedoch diese Gedanken im Herzen Fuß fassen und deine Psyche Genuss daran empfindet, dann wirst du dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Muslim überlieferte in seiner Sammlung authentischer Hadîthe nach einer Aussage von Abû Huraira  möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte:

„Dem Sohn Adams wurde sein Anteil an außerehelichem Geschlechtsverkehr vorbestimmt, den er unausweichlich begehen wird: Der außereheliche Geschlechtsverkehr der Augen ist der Blick, der außereheliche Geschlechtsverkehr der Ohren ist das Zuhören, der außereheliche Geschlechtsverkehr der Zunge ist das Sprechen und der außereheliche Geschlechtsverkehr der Hand ist das Greifen und der außereheliche Geschlechtsverkehr des Beins sind die  Schritte. Das Herz begehrt und wünscht, und das Geschlechtsteil bestätigt dies oder stellt es in Abrede.“

So nimm dich vor diesen Gedanken in Acht, mein Bruder! Erneuere deine reumütige Umkehr! Und wende Mittel an, die dich dabei unterstützen, standhaft an der Wahrheit festzuhalten, wie zum Beispiel das regelmäßige Aufsuchen von Moscheen, das Lesen des Qurân, die Freundschaft mit guten Menschen, die Erinnerung an die Folgen und Resultate sowie an das Stehen vor dem Allmächtigen!

Wir bitten Allâh den Erhabenen für uns wie auch für dich um Erfolg und richtiges Verhalten!

Und Allâh weiß es am besten!

Verwandte Fatwâs