Das ganze Jahr über zwischen dem Adhân (Gebetsruf) zum Abend- und Nachtgebet eine Stunde und 15 Minuten verstreichen zu lassen
Fatwâ-Nummer: 9020

  • Fatwâ-Datum:10-12-2018
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Frage

Wir wohnen in einem Gebiet, in dem nur Muslime wohnen. Es gibt fünf Moscheen. Ein Teil der Moscheen ruft den Adhân, vor allem den Adhân des Nachtgebets dem Kalender der Aqsa-Moschee entsprechend. Eine andere Moschee ruft den Adhân des Nachtgebets eine Stunde und 15 Minuten nach dem Adhân des Abendgebets. Der Unterschied zwischen den Moscheen beträgt daher zwischen 20 und 25 Minuten. Diese Sache führt zu Unruhe, Verwirrung und Zwietracht zwischen den Menschen. Vor allem der Muezzin in der alten Moschee weigert sich, wie die anderen Moscheen dem Gebetskalender der Aqsa-Moschee zu folgen, weil er sagt, er rufe so schon seit vielen Jahren. Wir wissen, dass dieser Muezzin zur richtigen Zeit ruft. Allerdings wünschen wir uns eine Ordnung und möchten keine Zwietracht in den Moscheen. Wir bitten Sie um Rat. Stellen Sie uns ein Rechtsgutachten aus, damit wir es auf die fünf Moscheen in unserer Stadt Tamra verteilen können!

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh den Gesandten Allâhs sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

 

Die Zeit des Nachtgebets beginnt mit dem Erlöschen des Abendrots. Abdullâh ibn Amr ibn Al-Âs  möge Allah mit ihm zufrieden sein überlieferte, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Die Zeit des Abendgebets ist, bis die Aufwallung des Abendrots untergeht. Und die Zeit des Nachtgebets geht bis zur Mitte der Nacht.“ (Überliefert von Imâm Muslim).

 

At-Tirmidhî überlieferte von Abû Huraira  möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Die Zeit des Abendgebets beginnt, wenn die Sonne untergeht. Und seine Zeit endet, wenn der Horizont nicht mehr zu sehen ist. Und die Zeit des letzten, Nachtgebets beginnt, wenn der Horizont nicht mehr zu sehen ist. Und seine Zeit endet mit der Mitte der Nacht.“

Die Zeit zwischen dem Abend- und dem Nachtgebet schwankt je nach Jahreszeit. Einmal ist sie länger und einmal kürzer. Sie bewegt sich (in Katar) ungefähr zwischen einer Stunde und 15 Minuten und einer Stunde und 33 Minuten.

 

Ausschlaggebend ist hierbei die Sichtung. Wenn das Abendrot vergangen ist, endet die Zeit des Abendgebets und die Zeit des Nachtgebets tritt ein. Man kann sich bedenkenlos auf die Berechnung verlassen, wenn man von ihrer Genauigkeit überzeugt ist.

Ebenfalls ist es vollkommen korrekt, sich auf die Berechnung der Aqsa-Moschee zu verlassen, wenn man von ihrer Genauigkeit genauso überzeugt ist und die Zeit eures Sonnenuntergangs mit dem der Aqsa übereinstimmt. Man soll die Zeit des Nachtgebets nicht auf eine Stunde und 15 Minuten nach dem Abendgebet ausrichten, weil sie sich, wie bereits erwähnt, je nach Jahreszeit unterscheidet.

Die Muslime sollen nach Gemeinschaft, Harmonie und aufrichtigem Zusammenhalt streben. Sie dürfen sich nicht an Gewohnheiten klammern, wenn diese dem Islâm widersprechen oder zu Streit führen.

 

Der Adhân der Muslime einer Gegend sollte sich nicht um solch eine Spanne (20-25 Minuten) unterscheiden, da dies Zweifel hervorruft, vor allem bei denjenigen, die zu Hause beten, wie Frauen und diejenigen, die eine Entschuldigung haben, nicht zur Moschee zu gehen.

 

Sie sollten sich gemeinsam darauf einigen, den Adhân zu Beginn der Zeit zu rufen, um der Sunna zu folgen und das wichtigste Ziel des Adhân zu erreichen, nämlich die Information über den Eintritt der Zeit. Ibn Qudâma ( Allah   erbarme sich seiner ) schreibt in Al-Mughnî: „Es ist erwünscht den Adhan zu Beginn der Zeit zu rufen, damit sich die Leute auf das Gebet vorbereiten. Von Dschâbir ibn Samra ist überliefert: »Bilâl verspätete den Adhân nicht nach der Zeit.«“

 

Fazit: Die Gelehrten unter euch sollen sich die Zeit der Aqsa-Moschee ansehen. Wenn sie korrekt ist und mit eurer Zeit hinsichtlich des Sonnenuntergangs übereinstimmt, sollen es alle Moscheen übernehmen.


Wenn nicht, soll der Muezzin den Untergang des Abendrots beobachten oder einen möglichst genauen Gebetskalenderverwenden.

 

Und Allâh weiß es am besten!

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