Die Strafe im Grab und das Ziehen zur Verantwortung stehen nicht in Verbindung miteinander
Fatwâ-Nummer: 48844

  • Fatwâ-Datum:31-5-2012
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Frage

Mir wurde eine Frage gestellt, auf die ich keine Antwort gefunden habe: Als der Gesandte Allâhs Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken Mi‘râdsch (Reise in die Himmelssphären) vollzog, sah er verschiedene Arten der Strafe. Wie kann das sein, wo doch die Auferstehung und das Ziehen zur Verantwortung noch nicht stattgefunden haben? Wie wurden sie zur Rechenschaft gezogen, wo der Tag der Auferstehung doch noch gar nicht eingetroffen war?

Antwort

Aller Lobpreis gebührt Allâh dem Herrn der Welten und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

 

Und nun zur Frage:

 

Die Strafe im Grab findet vor dem Ziehen zur Verantwortung am Jüngsten Tag statt. Sie steht in keiner Beziehung zur Abrechnung am Jüngsten Tag. Wer die Strafe im Grab verdient hat, der erhält sie. Danach wird ihn das erreichen, was hinsichtlich des Jenseits für ihn niedergeschrieben wurde. Diese Aussage traf At-Tahâwî.

 

Am deutlichsten weist darauf die Aussage Allâhs des Erhabenen hinsichtlich der Leute des Pharao hin: „... und die Leute Pharaos umschloss die böse Strafe, das Feuer – sie werden ihm morgens und abends ausgesetzt. Und am Tag, da die Letzte Stunde anbricht: »Führt die Leute Pharaos in die schwerste Pein!« (Sûra 40:45-46).

 

Somit weiß man, dass die Strafe im Grab nicht mit dem Heranziehen zur Verantwortung der Menschen am Jüngsten Tag zusammenhängt. Die Strafe im Grab wird zweifellos vor Ablegen der Rechenschaft stattfinden.

 

Dafür stehen auch folgende Beweise:

 

In den beiden Sahîh-Werken ist überliefert, dass der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken an zwei Gräbern vorbeiging und sagte: „Die Beiden werden wahrhaftig bestraft. Und für was sie bestraft werden, ist nicht groß. Der Eine von beiden pflegte sich nicht beim Urinieren vorzusehen und der Andere ging umher und pflegte üble Nachrede zu verbreiten.“

 

In Sahîh Al-Buchârî steht: Wenn der Nicht-Muslim sagt „Ich weiß nicht“, wird zu ihm gesagt: „Du hast nicht gewusst und bist nicht gefolgt.“ Und er wird mit Hämmern aus Eisen geschlagen.

 

Wir müssen wissen, dass der Gesandte Allâhs wahrhaftig in allem war, was er sagte. Allâh der Erhabene spricht: „Und er redet nicht nach Belieben. Es ist gewiss nur eine Offenbarung, die geoffenbart wird.“ (Sûra 53:3-4).

 

Allâh der Erhabene lässt ihn vom Übersinnlichen wissen, was Er will: Der Allwissende um das Übersinnliche, Er enthüllt niemandem Sein Übersinnliches, außer dem, mit wem von einem Gesandten Er zufrieden ist. …“ (Sûra 72:26-27).

 

Und Allâh weiß es am besten.

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