Sich die Schwere einer Sünde zu vergegenwärtigen erleichtert die Rückkehr zum richtigen Verhalten
Fatwâ-Nummer: 7699

  • Fatwâ-Datum:4-10-2017
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Frage

Wie wird jemand beurteilt, der das Richtige kennt, jedoch nicht imstande ist, ihm zu folgen, weil es seinen Gewohnheiten widerspricht und es ihm schwer fällt, während er zugleich weiß, dass es falsch ist, was er tut?

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

So wie es eine große Tugend ist, die Wahrheit zu akzeptieren und anzuerkennen und sich ihr zuzuwenden, nachdem sie einem als ein immenser Vorzug und eine geradlinige Charaktereigenschaft klar geworden ist, so ist es eine verachtenswerte Sünde und ein schändlicher Charakterzug, auf der Unwahrheit zu beharren, obwohl die Wahrheit klar und deutlich ist. Dies ist das Verhalten des Satan und der Weg aller sündhaften Lügner. Allâh der Erhabene sagt:

„Wehe jedem durch und durch sündigen Lügner, der hört, wie ihm Allâhs Zeichen verlesen werden, und hierauf hochmütig (in seinem Unglauben) verharrt, als ob er sie nicht gehört hätte! So verkünde ihm schmerzhafte Strafe.“ (Sûra 45:7-8).

Abû Dâwûd und Ahmad überliefern von Ibn Umar  möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte:

„Und wer wissentlich um eine falsche, nichtige Sache streitet, wird fortwährend den Zorn Allâhs auf sich laden, bis er davon ablässt.“

Das heißt: An Falschem festzuhalten führt zu Allâhs Unwillen und Zorn. Daher muss ein Muslim Allâh fürchten und an der Wahrheit festhalten. Er muss zu Allâh zurückkehren, selbst wenn er dafür sein Ego und seine Begierden bezwingen muss.

Er darf seinem Begehren keine Gelegenheit bieten, ihn zu überwältigen, und ebenso wenig seiner Lust, ihn zu ruinieren.

Jemand, der nun einen Fehler oder eine Sünde begeht, darf sie nicht als etwas Geringfügiges oder etwas Leichtes betrachten. Denn dies ist die Verhaltensweise der maßlosen Sünder.

Al-Buchârî überlieferte nach einer Aussage von Ibn Mas'ûd:

„Wahrhaftig! Der Gläubige sieht seine Sünden, als befände er sich am Fuß eines Berges und befürchtet, dieser werde auf ihn fallen. Und der maßlose Sünder sieht seine Sünde gleich einer Fliege, die an seiner Nase vorbeifliegt, sodass er so macht.“ Abû Schihâb (einer der Überliefernden) wedelte mit seiner Hand vor seiner Nase.

Der Hâfidh Ibn Hadschar sagte, Ibn Abû Dschamra habe gesagt:

 

„Aus diesem Hadîth lässt sich Folgendes ableiten: Dass der den Glauben Verinnerlichende sich wenig Sorgen um seine Sünden macht und sie als etwas Leichtes ansieht, ist ein Hinweis auf seine Sündhaftigkeit.“

 

Der Mensch weiß nicht, wann der Tod kommen wird. Warum also dieses Zögern bei der Anerkennung der Wahrheit und der Rückkehr zum richtigen Verhalten!?

 

Möge Allâh uns allen dazu verhelfen, Ihm gehorsam zu sein und Sein Wohlgefallen zu gewinnen!

 

Und Allâh weiß es am besten!

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