Das Scheitern eines Selbstmordversuches ist eine Gnade, und es ist erforderlich, ein neues Leben nach den Regeln des Islâm zu beginnen
Fatwâ-Nummer: 8676

  • Fatwâ-Datum:8-10-2017
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Frage

Ich möchte mich erkundigen, was der Islâm über einen Jugendlichen sagt, der sechzehn Jahre alt ist und ein Medikament mit der Absicht einnahm, sich selbst zu töten, wobei er allerdings nicht starb und mit dem Leben davon kam. Dabei wusste er nicht, wie der Islâm sein Vorhaben beurteilt. Hat er die Möglichkeit, Buße zu tun?

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

 

Dass ein Mensch sich selbst tötet, zählt bei Allâh dem Erhabenen zur  schwersten Todsünde und zu den schlimmsten Vergehen. Es hat zur Folge, dass man ewig im Höllenfeuer bleibt. Allâh der Erhabene bewahre!

 

Im Musnad und in den beiden Sammlungen authentischer Hadîthe von Al-Buchârî und Muslim heißt es nämlich, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wer sich mit einem Stück Eisen tötet, dessen Eisen wird sich im Höllenfeuer in seiner Hand befinden und er wird sich damit in seinen Bauch stechen und so für immer und ewig fortfahren. Und wer Gift trinkt und sich so tötete, der wird es im Höllenfeuer schlucken und so für immer und ewig fortfahren. Und wer von einem Berg springt und sich so tötete, wird im Höllenfeuer herunterspringen und so für immer und ewig fortfahren.“

 

Wer jedoch so etwas versucht hat und es überlebte, muss sich schleunig Allâh dem Erhabenen reuevoll zuwenden und Allâh dem Erhabenen dafür danken, dass Er ihn vor diesem raschen und zugleich später [in Form der jenseitigen Strafe] eintretenden ewigen Ruin bewahrt hat. Zudem muss er viele rechtschaffene Handlungen verrichten. Außerdem sollte er sich in der Gesellschaft guter und rechtschaffener Freunde aufhalten, die ihn zur Genügsamkeit im Diesseits bewegen, ihn dazu anregen, sich auf das jenseitige Leben zu konzentrieren, und ihn vor den  aufreizenden Einflüsterungen des Satans und den Gefahren der Begierde warnen.

 

Wenn jemand ehrlich und aufrichtig Reue zeigt und umkehrt, dann wendet ihm Allah der Erhabene Seine Gnade und Vergebung wieder zu, gewährt ihm reichlich von Seiner Barmherzigkeit und umschließt ihn mit Seiner Verzeihung. Es gibt keine Sünde – und sei sie noch so schwer –, bei der die Tore der Buße als Zeichen der Gunst und Barmherzigkeit Allâhs nicht weit offen stünden. Dies gilt sogar für die schlimmste Todsünde, als da ist das Beigesellen neben Allâh sowie das Töten eines Menschen, dessen Tötung Allâh der Erhabene für harâm erklärt, und der außereheliche Geschlechtsverkehr.

 

Allâh der Erhabene sagt:

„Und diejenigen, die neben Allâh keinen anderen Gott anrufen und nicht die Seele töten, die Allâh (zu töten) verboten hat, außer aus einem rechtmäßigen Grund, und die keine Unzucht begehen. Wer das tut, hat Vergeltung für die Sünde zu erleiden; die Strafe wird ihm am Tag der Auferstehung vervielfacht, und ewig wird er darin in Schmach bleiben, außer demjenigen, der bereut, glaubt und rechtschaffene Werke tut; jenen wird Allâh ihre bösen Taten gegen gute eintauschen; und Allâh ist stets vergebend und barmherzig. Und wer reuevoll umkehrt und rechtschaffen handelt, der wendet sich in wahrhaftiger Buße/reumütiger Umkehr [Tauba] Allâh zu.“ (Sûra 25:68-71).

 

Und Allâh weiß es am besten!

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