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Sitten und Traditionen – Teil 2

Sitten und Traditionen – Teil 2

Schlechte Gewohnheiten

 
Es haben sich zur Zeit viele schlechte Gewohnheiten unter den Menschen im Allgemeinen und besonders unter den Frauen verbreitet, dazu gehört: Durch Tote und fromme Leute zu Allâh gelangen zu wollen, das Schreien und Wehklagen bei Todesfällen, die Hilfesuche bei Wahrsagern und Hellsehern und die Befolgung von deren Irreführungen sowie der Glaube an Amulette, Talismane und Zaubersprüche, da man glaubt, dass sie Glück bringen und Unheil abwenden.
 
Dazu gehört auch die so genannte Muschâhara oder Kabsa, dass man glaubt, wenn ein kahlrasierter Mann oder ein Mann, der etwas Fleisch, rote Datteln, Auberginen oder Ähnliches bei sich trägt, bei einer Wöchnerin eintritt, dies die Muttermilch verhindern oder Schwangerschaft verzögern würde. Es gibt auch schlechte Gewohnheiten, die weder Allâh noch Seinen Gesandten zufrieden stellen, wie zum Beispiel Perücken zu tragen, die Nägel lang wachsen zu lassen und sie zu färben, Mondänem in Kleidung zu folgen und Ähnliches.
 
Die Pflicht des Muslims
 
Bei den Gefahren und negativen Folgen dieser Gewohnheiten ist es die Pflicht eines jeden Muslims, jede Sitte oder Tradition aufzugeben, die einer der Grundlagen der Religion widerspricht. Er soll all seine Sitten und Traditionen an der richtigen islâmischen Lebensweise messen und danach streben, alles zu korrigieren, was mit dieser Lebensweise des Islâm nicht übereinstimmt. Wenn der Muslim einige seiner Sitten und Traditionen findet, die seiner Glaubensgrundlage und Religion widersprechen, soll er sie ohne Reue, ohne Scham und unverzüglich loswerden, er soll seine abscheulichen Sitten und schlechten Traditionen aufgeben und sich eilends in den sicheren Schatten des Islâm begeben, ohne Vorwürfe zu befürchten, er soll sich dabei die frommen Muslime zum Vorbild nehmen, die in allen Zeiten des Islâm dem Ruf des Rechten nachgekommen sind und alles Mögliche unternommen haben, um dies zu unterstützen.
 
Verfälschung der Geschichte
 
Einige Geschichtsschreiber haben das herrliche Bild der Großen und der Oberhäupter dieser Umma verfälscht. Sie haben die Kalifen der Muslime so dargestellt, als ob diese keine Beschäftigung außer Essen und Trinken gehabt hätten, sodass sie von Mu’âwiya ibn Abû Sufyân, dem Gefährten des Gesandten Allâhs Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken behaupten, dass er so gierig gegessen habe, dass man so etwas nicht von den Tieren glauben kann, geschweige denn von einem ehrwürdigen Gefährten, der vom Gesandten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gelernt hat, dass man nicht viel essen und trinken soll. Vom Kalifen Harûn Ar-Raschîd, der mehrere Eroberungen geführt hat und ein Kämpfer sowie ein in Ehrfurcht gegenüber Allâh demütiger und frommer anbetend Dienender Allâhs war, entwerfen sie das Bild eines Frauenhelden, der auch Wein trinkt und desgleichen mehr!
 
Wer die Lebensgeschichten dieser Leute verfolgt, wird feststellen, dass alle Verleumdungen gegen sie in Wirklichkeit nur lügnerische Geschichten sind, die an erster Stelle die Verzerrung des Islâm-Bildes am Beispiel von Kalifen zum Zwecke haben, indem man die Vorstellung erweckt, dass deren Sitten und Traditionen dem natürlichen menschlichen Geschmack widersprochen hätten, um die Umma in ihren Vorbildern und großen Männern zu verleumden und sie dadurch jeglicher Erwähnung in der Menschheitsgeschichte zu berauben.
 
Die verbrecherischen und grollerfüllten Geschichtsschreiber haben sich nicht damit begnügt, das Bild der großen Männer zu verstümmeln, sondern haben auch das Bild der gläubigen Frauen verfälscht, die in der vor-islâmischen Zeit ihre Schleier hinter ihren Köpfen herabfallen ließen, sodass die obere Teil ihrer Brust, ihr Hals und ihre Halsketten zu sehen waren. Als jedoch der Islâm kam, die Welt mit seinem Licht erfüllte und Allâh der Erhabene die Frauen erziehend ansprach „... und sie ihre Tücher über ihre Brust schlagen.“ (Sûra 24:31), haben die Männer ihren Frauen Allâhs Worte, die zu ihrer Rechtleitung herabgesandt wurden, vorgelesen. Die Frauen haben dann ausnahmslos ihre wollenen Gewänder über ihre Köpfe geschlagen, aus Glauben an Allâhs herabgesandte klare Verse.
 
Diese Geschichtsschreiber haben dies den Leuten als Rückschritt angekreidet und damit bewirkt, dass die Frauen halbnackt ihre Häuser verlassen, damit die frevelhaften Füchse ihren Durst durch den verbotenen Blick und die daraus resultierenden Folgen stillen können.
 
Die überkommenen Sitten und Traditionen gehören zu den größten Gefahren für die Religion Allâhs, da sie etwas Gewöhnliches sind, zu denen die Seele neigt, worüber sich die Menschen einig sind und die nicht leicht aufzugeben sind. Daher wird die Rolle des Muslims darin größer, allem zu begegnen, was der islâmischen Scharî‘a widerspricht. Er soll sogar eine effektive Rolle in der Änderung und selbstverständlich im Schutze seiner Gesellschaft spielen, egal ob es sich nur um Frauen handelt oder um die ganze Gesellschaft, damit ihre Sitten und Traditionen der Scharî‘a Allâhs entsprechen. Dadurch werden die Kinder zu einer starken Generation, die die Fackel des Islâm tragen und der ganzen Menschheit den Weg erleuchten können.
 
 
 
 

 

 

 

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