Die religiösen Riten des Islâm - Teil 1

Die religiösen Riten des Islâm - Teil 1
  • Veröffentlicht:18.09.2014
  • Kategorie:Wahrzeichen
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Der Haddsch ist voll von Lehren, Lektionen und Ermahnungen, die alle das Herz berühren, die Seele und Gefühle ansprechen und den Verstand anregen. Der Haddschi wird die großartige Belohnung erst dann erlangen, wenn er diese Lehren begreift, diese Lektionen lernt und sich diese Ermahnungen betrachtet. Zu diesen Lehren und Lektionen gehören unter anderem:

Erstens: Die Hingabe und Ergebenheit gegenüber Allâh dem Herrn der Welten
 
Das ist die erste Lektion, die der Haddschi aus seinem Haddsch lernt. Er muss sich während der ganzen Riten, vom Eintritt in den Ihrâm-Zustand bis zum Ihrâm-Austritt, den Anweisungen Allâhs des Hocherhabenen ergeben. Diese Ergebenheit zeigt sich darin, dass der anbetend Dienende den Anweisungen seines Herrn folgt, auch wenn sie ihm nicht gelegen kommen. Er fügt sich den Geboten seines Herrn genau wie ein Toter sich dem Totengräber fügt, sogar noch mehr.
 
Daher fügt sich der Muslim diesen Riten in der Überzeugung, dass diese Ergebenheit die richtige Befolgung bedeutet und ein Zeichen für die Annahme ist. Wie trefflich war Umar  möge Allah mit ihm zufrieden sein, als er beim Küssen des schwarzen Steins sagte: "Ich weiß, dass du bloß ein Stein bist, der weder nutzen noch schaden kann. Und hätte ich den Gesandten Allâhs möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken dich nicht küssen gesehen, dann hätte ich dich nicht geküsst." (Überliefert von Al Buchârî). Es wurde auch von Ali  möge Allah mit ihm zufrieden sein berichtet, dass er beim schwarzen Stein zu sagen pflegte: "O Allâh, [wir machen das] aus dem Glauben an Dich, nicht an den Stein, aus der Überzeugung von deinem Offenbarungsbuch, nicht vom Aberglauben, zur Erfüllung der Verpflichtung Dir gegenüber und niemand Anderem und zur Befolgung der Sunna Deines Propheten möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenkenund nicht der eines Anderen."
 
Man wird nicht gläubig sein, bis man sich den Geboten Allâhs unterwirft, sich den Gesetzen Allâhs fügt und die Rechtsnormen Allâhs akzeptiert; dies ist sogar eine Bedingung des Glaubensbekenntnisses "Es gibt keine Gottheit außer Allâh." Allâh der Erhabene sagt in Seinem edlen Offenbarungsbuch: "Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen." (Sûra 4:65).
 
Die Ergebenheit und die Fügung gegenüber den Gesetzen Allâhs sind nichts Überflüssiges, sie bilden vielmehr den Kern aller Anbetungshandlungen, einen wesentlichen Teil der Anbetung und den hauptsächlichen Unterschied zwischen dem Gläubigen und den Anderen. Der Gläubige hat sich aus der Knechtschaft der eigenen Person und der anderen Geschöpfe zur Anbetung seines Herrn befreit, er befreite sich vom Gehorsam gegenüber den eigenen Zuneigungen zum Gehorsam Allâh gegenüber. Der Gläubige ist kein zügelloser Mensch, der alles tut, was er selbst will oder was die anderen Menschen von ihm wollen, sondern er ist an eine Verpflichtung gebunden, die er erfüllen soll, an einen Vertrag, den er einhalten soll, und an einen Plan, dem er folgen soll. Das ist eine rationale Verpflichtung, die aus dem Wesen und den Erfordernissen des Glaubensvertrags resultiert.
 
Die Erfordernisse des Glaubensvertrags:
 
Dass man sein Leben Allâh anheimstellt, sich vom wahrhaftigen Gesandten führen und von der fehlerfreien Offenbarung rechtleiten lässt.
 
Dass der Herr sagt: "Ich gebiete dies und verbiete jenes!" und der anbetend Dienende sagt: "Wir hören und gehorchen!"
 
Dass man sich von der Unterwerfung unter die eigenen Neigungen löst und sich den Gesetzen seines Schutzherrn ergibt.
 
Dies ist die Vorgehensweise des Muslims während des Haddsch:

Sein Herr sagt: „Verlasse deine Familie!“ Er sagt: „Dies tue ich.“

Sein Herr ordnet an: „Verlasse deine Heimat!“ Er sagt: „Dies tue ich.“

Er weist ihn an: „Lege deine Kleidung ab!“ Er sagt: „ Dies tue ich.“
 
Er sagt zu ihm: „Vollziehe den Umlauf um das Haus siebenmal!“ Er sagt: „Dies tue ich.“
 
Er sagt zu ihm: „Vollziehe den Lauf zwischen den Hügeln Safa und Marwa siebenmal!“ Er erwidert: „Dies tue ich.“
 
Er sagt zu ihm: „Schlachte dein Opfertier!“ Er sagt: „ Dies tue ich.“
 
Er sagt zu ihm: „Rasiere dein Kopfhaar!“ Er sagt: „Dies tue ich.“
 
Dies ist der Gipfel der Ergebung und Demut vor Allah dem Herrn der Welten.

 

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