Die Wahrheit über das Leiden von Ayyûb, möge Allâh ihm Frieden schenken
Fatwâ-Nummer: 135135

  • Fatwâ-Datum:4-5-2010
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Frage

Was bedeutet folgender authentischer Hadîth: "Der Prophet Allâhs Ayyûb blieb in seinem Leiden dreizehn Jahre lang. Da verließen ihn die Freunde und die Fremden außer zwei engen Freunden..."
Was bedeutet, dass sie ihn verlassen haben? Heißt es nicht, dass sich die Leute vor ihm ekelten und ihn wegen seiner Krankheit verlassen haben? Wie passen diese Bedeutung und die Regel zusammen, dass die Propheten von Allâh vor ekelhaften Krankheiten geschützt sind?

Antwort

Der Lobpreis ist Allâhs! Möge Allâh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

 

Und nun zur Frage:

Der angeführte Hadîth ist zwar authentisch und von Ibn Hibbân, Al-Hâkim und Abû Ya´lâ überliefert und Al-Albânî betrachtete ihn als authentisch, aber die Überlieferung kam dort mit achtzehn Jahren statt der erwähnten dreizehn Jahre.

 

Sein Wortlaut heißt in Al-Mustadrak: "Das Leiden des Propheten Allâhs Ayyûb dauert fünfzehn Jahre an. Da verließen ihn die Nächsten und die Fremden, außer zwei Männern von seinen engen Freunden. Sie pflegten ihn morgens wie abends zu besuchen. Einmal sagte einer von ihnen zum Anderen: «Wir wissen, bei Allâh, dass Ayyûb eine Sünde begangen haben muss, die kein Mensch begangen hat.» Sein Gefährte fragte ihn: «Wie soll das sein?» Er antwortete ihm: «Allâh erwies ihm seit achtzehn Jahren keine Barmherzigkeit, indem Er ihn aus dem rettete, was ihn getroffen hat.» Als sie abends zu Ayyûb gingen, konnte einer der beiden dies nicht bei sich behalten und verriet ihr Gespräch. Ayyûb sagte ihm: «Ich verstehe nicht was du sagst, aber Allâh weiß, dass ich an zwei Männern vorbeiging, die sich stritten und dabei Allâh erwähnten. Da kam ich nach Hause zurück und bat Allâh um Vergebung für sie, denn ich wollte, dass Allâh nur in der Wahrheit erwähnt wird.»"

 

Er pflegte das Haus zu verlassen, um seine Notdurft zu verrichten. Danach nahm ihn seine Frau bei der Hand, bis er nach Hause gelangte. Eines Tages ließ er sie länger auf sich warten. Da offenbarte Allâh ihm an diesem Ort: „Tritt kräftig mit deinem Fuß auf! Dort befindet sich kühles Wasser zum Waschen und zum Trinken." (Sûra 38:42). Sie erwartete ihn und suchte nach ihm, da kam er ihr von allem Übel geheilt entgegen. Als sie ihn sah, fragte sie ihn: "O, möge Allâh dich segnen! Hast du den geprüften Propheten Allâhs gesehen? Bei Allâh! Ich habe keinen gesehen, der ihm so sehr ähnelt, als er gesund war, wie du." Er antwortete: "Ich bin es." Er hatte zwei Tennen, eine für Weizen und eine andere für Gerste. Allâh sandte zwei Wolken. Als eine davon die Weizentenne erreichte, schüttete sie darauf Gold bis zum Überfluss. Die andere schüttete über die Gerstentenne Silber bis zum Überfluss."

Das ist ein authentischer Hadîth nach den Bedingungen von Al-Buchârî und Muslim, aber sie haben ihn nicht überliefert.

 

Der Hadîth hat hier keine ekelhafte Krankheit erwähnt, sondern nur die Länge des Leidens, die Untreue der Verwandten und Freunde und deren Ungeduld ihm und seinem langen Leiden gegenüber, außer bei zwei seiner engen Freunde.

 

Dass die Leute ihn verlassen haben, bedeutet nicht unbedingt, dass er von einer ekelhaften Krankheit befallen war. Die Leute sind immer daran gewöhnt, den Wohlhabenden und Reichen zu verlassen, wenn dieser seinen Reichtum verloren hat.

 

Was Ayyûb an Krankheit befallen hat, war nicht so ekelhaft, wie es die Geschichtserzähler darstellen, denn sie haben dies aus israelitischen Geschichten und aus gefälschten Büchern der Schriftbesitzer entnommen. Wir begnügen uns dabei mit den Texten der Offenbarung.

 

Und Allâh weiß es am besten.

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