Vorzug einer Ehefrau, die ihren Ehemann bei seiner Religiosität und Taten für das Jenseits unterstützt
Fatwâ-Nummer: 34460

  • Fatwâ-Datum:29-10-2018
  • Bewertung:

Frage

Bei jedem Gebet leide ich sehr, da mein Ehemann sehr faul ist. Ich erinnere ihn bei jedem Gebet daran, dass die Gebetszeit bereits eingetreten ist. Er geht jedoch nicht darauf ein und betet erst nach der fälligen Gebetszeit beziehungsweise erst dann, wenn er seine Arbeit, mit der er sich gerade beschäftigt, abgeschlossen hat. Ich wecke ihn zum Morgengebet, bis er mir antwortet. Dann lass ich von ihm ab, da ich mir sicher bin, dass er nicht aufstehen wird. Habe ich damit eine Sünde auf mich geladen?

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verdeutlichte den Vorzug einer Ehefrau, die ihren Ehemann bei seiner Religiosität und Taten für sein Jenseits unterstützt. Die Prophetengefährten fragten den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Wenn wir doch nur wüssten, welche Habe gut ist, sodass wir sie uns aneigneten!“ Hierauf sagte er: „Die beste (Habe) ist eine gedenkende Zunge, ein dankbares Herz und eine gläubige Ehefrau, die einen im Glauben unterstützt.“ (Ahmad und At-Tirmidhî). Al-Albânî erklärte diesen Hadîth für authentisch. In einer anderen Überlieferung heißt es: „Eignet euch ein dankbares Herz, eine gedenkende Zunge und eine gläubige Ehefrau an, die euch bei Taten für das Jenseits unterstützt!“ (Ahmad und At-Tirmidhî). Al-Albânî erklärte diesen Hadîth für authentisch. Außerdem bat der Prophet um (Allâhs) Barmherzigkeit für die Ehefrau, die aufsteht, nachts freiwillig betet und ihren Ehemann weckt, damit dieser betet. Er sagte: „Allâh erbarme Sich einer Ehefrau, die in einem Teil der Nacht aufsteht, freiwillig betet und ihren Ehemann weckt, woraufhin dieser (ebenfalls) betet! Lehnt er es ab, so spritzt sie Wasser in sein Gesicht.“ (Ahmad, An-Nasâî, Abû Dâwûd und Al-Hâkim). Al-Albânî erklärte diesen Hadîth für authentisch.

Hinzu kommen generelle Aussagen im Qurân, die das eindringliche Empfehlen zur Wahrheit, das Gebieten des Rechten und Zusammenarbeit für Güte und demütige Ehrfurcht gegenüber Allâh betonen. Der Hocherhabene sagt: „Beim Zeitalter! Der Mensch befindet sich wahrlich in Verlust, außer denjenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun und einander die Wahrheit eindringlich empfehlen und einander die Standhaftigkeit eindringlich empfehlen.“ (Sûra 103:1-3). Der Hocherhabene sagt ferner: „…Helft einander zur Güte und Gottesfurcht…“ (Sûra 5:2). Der Hocherhabene sagt weiterhin: „Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche…” (Sûra 9:71). Das Wichtigste, zu dem man einander verhelfen sollte, ist das Pflichtgebet. In der Hadîth-Sammlung Al-Muwatta heißt es, dass Umar  möge Allah mit ihm zufrieden sein seinen Dienstleuten schrieb: „Die wichtigste Angelegenheit für euch ist bei mir das Gebet. Wer es wahrt und streng hütet, hat seine Religion gewahrt. Und wer es vernachlässigt, vernachlässigt anderes erst recht.“ Das Gebet ist das Erste, wofür der Mensch zur Rechenschaft gezogen wird. Ist es gut, so sind seine anderen Taten ebenfalls gut. Ist es schlecht, so gilt für seine anderen Taten dasselbe. Durch korrektes Beten erlangt man Erfolg und durch falsches Beten Misserfolg. In einem Hadîth von Abû Huraira  möge Allah mit ihm zufrieden sein heißt es: „Die erste Tat, für die der anbetend Dienende am Tag der Auferstehung zur Rechenschaft gezogen wird, ist sein Gebet. War es gut, so ist er erfolgreich und hat bestanden. War es schlecht, so ist er gescheitert und hat verloren.“ (At-Tirmidhî und An-Nasâî). Al-Albânî erklärte diesen Hadîth für authentisch.

Gemäß folgendem authentischen Hadîth sollten Männer das Gebet in der Moschee verrichten: „Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, ich war fast soweit, Brennholz sammeln zu lassen, und hierauf zum Gebet rufen zu lassen, und dann einen Mann die Leute im Gebet leiten zu lassen, und danach zu den Männern zu gehen (, die nicht am Gemeinschaftsgebet teilnahmen) und ihre Häuser über ihnen niederzubrennen!“ (Al-Buchârî und Muslim). Demnach solltest du darauf achten, dass dein Ehemann das Pflicht-Gebet zur jeweils fälligen Zeit verrichtet! Sprich häufig Bittgebete für ihn und biete ihm Gelegenheiten zur Erholung, sodass er mittags schlafen und abends früh zu Bett gehen kann, was ihm das Aufstehen zum Morgengebet erleichtert. Hilf ihm dabei, zu Hause zu lernen, wobei ihr gemeinsam motivierende Hadîthe lest! Versuche gute Audio-Vorträge zu finden, die zum Gebet in der Gemeinschaft und zum freiwilligen Nachtgebet motivieren, und dränge ihn mit Weisheit und Milde dazu, diese zu Hause und im Auto anzuhören! Achte darauf, dass er rechtschaffene Gefährten hat, die ihn zu rechtschaffenen Taten ermuntern! Einige ehrenhafte Freundinnen könnten dir dabei behilflich sein! Denn der Mensch ist gemäß einem Hadîth, der von Ahmad, Abû Dâwûd, At-Tirmidhî und Al-Hâkim überliefert wurde, so religiös wie sein nahestehender Freund. Al-Hâkim stufte diesen Hadîth als authentisch ein und Ad-Dhahabî war derselben Meinung. Versuche im Rahmen deiner Möglichkeiten verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, damit er das Gebet verrichtet! Dabei solltest du allerdings weise und milde vorgehen! Benutze beispielsweise einen Wecker oder das Handy oder lass einen Audiovortrag abspielen! Und wisse, dass du die Pflicht hast, ihn zu ermahnen und aufzuwecken! Du solltest ihn ferner daran erinnern, dass der Gläubige sich von keiner weltlichen Tätigkeit vom Gebet ablenken lassen soll! Der Hocherhabene sagt: „Männer, die weder Handel noch Kaufgeschäft ablenken vom Gedenken Allâhs, von der Verrichtung des Gebets und der Entrichtung der Abgabe…“ (Sûra 24:37). Falls du alle dir möglichen Maßnahmen ergreifst, (um ihn zur pünktlichen Verrichtung des Gebets zu motivieren), hast du nicht gesündigt (auch wenn er dies dennoch nicht tut).

Und Allâh weiß es am besten!

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