Rolle des Imâms in der Gesellschaft
Fatwâ-Nummer: 122690

  • Fatwâ-Datum:8-5-2011
  • Bewertung:

Frage

Wie sieht die Rolle des Imâms in der Gesellschaft aus? Bitte gib uns eine ausführliche Antwort mit Belegen aus dem Qurân und der authentischen Sunna des Propheten Muhammad (Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken)!

Antwort

Der Lobpreis ist Allâhs! Möge Allâh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

 

Und nun zur Frage:

 

Der Imâm hat in der Gesellschaft ohne Zweifel eine sehr große, wichtige und zentrale Rolle. Daher muss er sich seiner Verantwortung bewusst sein, denn die Menschen erhoffen von ihm, dass er als Lehrer, Muftî (Gutachter und Rechtsfinder), gutes Vorbild und idealer Erzieher in jeder Hinsicht wirkt. Deshalb muss er sich bemühen, so viel religiöses Wissen wie möglich zu erlangen und sich vornehme Eigenschaften und gutes Benehmen anzueignen. Ebenfalls muss er einen guten Ruf und ein reines Herz besitzen und die Erwartungen der Menschen in Bezug auf seine Frömmigkeit, Enthaltsamkeit, Bescheidenheit und Milde erfüllen.

 

Er muss weiterhin seinen Aufgaben innerhalb der Gesellschaft nachkommen, von denen die folgenden am bedeutsamsten sind:

 

1. Das Vorbeten: Er muss als Vorbeter das Gebet in der besten und vollständigsten Form verrichten. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte in diesem Zusammenhang: "Der Vorbeter ist ein Bürge, der Muezzin ein Betrauter. O Allâh, leite die Vorbeter recht und verzeihe den Gebetsrufern." (Überliefert von Abû Dawûd, At-Tirmidhî u. a.) Mit dem Wort "Bürge" in diesem Hadîth ist gemeint, dass er die Betenden schützen und betreuen soll. Andere meinen, dass die erwähnte Bürgschaft bedeutet, dass der Imâm für die Richtigkeit des Gebets der hinter ihm Betenden verantwortlich ist.

 

2. Aufruf zum Weg Allâhs: Es geht hier um eine der wichtigsten Aufgaben des Imâms, vor allem in der Freitagspredigt. Allâh sagt zu seinem Gesandten: "Rufe zum Wege deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf ..." (Sûra 16:125)

 

3. Erdulden und Ertragen von Belästigung: Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte dazu: "Der Muslim, der mit den Menschen zusammen lebt und deren Fehler erduldet, ist besser als der Muslim, der weder mit Menschen zusammen kommt noch deren Fehler erduldet." (Überliefert von At-Tirmidhî.) Wenn das vom normalen Muslim erwartet wird, dann erst recht vom Imâm.

 

4. Er muss sich darum bemühen Menschen zu versöhnen, Streit zu schlichten und Unrecht zu beseitigen. Allâh, der Allmächtige, sagt: "Nichts Gutes liegt in einem großen Teil ihrer vertraulichen Gespräche, es sei denn, wenn einer zu einem Almosen oder zu einer rechten Tat oder zur Aussöhnung zwischen den Menschen auffordert. Und wer dies im Streben nach dem Wohlgefallen Allâhs tut, dem werden Wir einen großartigen Lohn zukommen lassen." (Sûra 4:114)

 

Dies gilt insbesondere für den Imâm, weil ihm die Menschen vertrauen und er großen Einfluss auf die Gesellschaft hat.

 

Kurz gesagt soll der Imâm vor den anderen Muslimen jede Initiative ergreifen, die dazu beiträgt, den Islâm aufrechtzuerhalten.

 

Und Allâh weiß es am besten.

 

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