Allâh gewährt Aufschub, aber Er vergisst nicht
Fatwâ-Nummer: 26563

  • Fatwâ-Datum:30-1-2019
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Frage

Ich bitte Sie um Hilfe! Mein Mann hat sich einer Frau hingegeben, mit der er in einer verbotenen Beziehung lebt. Ich habe alles versucht, um ihn zurückzugewinnen, doch er weigerte sich. Zweimal wurde ich von ihm für geschieden erklärt. Ich habe vier Kinder mit ihm, und es ist nur noch eine einzige Scheidungserklärung übrig. Ich fürchte die Scheidung, weil ich Angst um meine Kinder habe. Meine Angehörigen sagen: „Besser ist, man bleibt unter der Obhut eines Mannes.“ Aber dieser Mann ist in verbotener Weise so verliebt in diese Frau, dass er ihr blind ergeben ist. Und ich erleide körperliche wie auch psychische Schäden. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Warum bestraft Allâh sie nicht für ihre Taten, sodass die Menschen sich von dem, was harâm ist, fernhalten, vor allem wo doch derzeit die Strafe für außerehelichen Geschlechtsverkehr nicht umgesetzt wird und das auch noch als „persönliche Freiheit“ angesehen wird? Was soll ich tun? Ich bin durcheinander, und es ist beinahe schon so, dass ich auf nichts mehr vertrauen kann. Ich gehe unter der Vorstellung zu Grunde, dass die beiden ein angenehmes Leben führen – ohne schlechtes Gewissen und ohne Furcht vor Allâh. Bitte verschaffen Sie mir durch Ihre Antwort Erleichterung! Danke!

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

Allâh der Erhabene gewährt demjenigen, der Ihm ungehorsam ist, Aufschub bis zu einer bestimmten Frist und lässt ihn handeln. Wenn er bereut und umkehrt, dann ist dies für ihn eine Gnade von Allâh dem Erhabenen. Wenn er jedoch damit fortfährt, die Grenzen zu überschreiten, dann bedeutet dies, dass Allâh der Erhabene ihn allmählich ins Verderben lockt. Aber Allâh der Erhabene wird ihn nicht vergessen.

At-Tirmidhî überlieferte von Abû Mûsâ  möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass Allâhs Gesandter (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte:

„»Wahrhaftig! Allâh der Segensreiche und Erhabene lässt den Unrecht Tuenden längere Zeit genießen (oder vielleicht sagte er: ... gewährt ... Zeit), bis er, wenn Er ihn dann erfasst, ihm nicht entkommt.« Sodann rezitierte er: »So ist der Griff deines Herrn, wenn Er die Städte erfasst, während sie Unrecht tun. Gewiss, Sein Griff ist schmerzhaft und hart.«“ At-Tirmidhî sagte: „Dies ist ein Hadîth, der hasan bis authentisch ist.“

Wenn der Ehemann sich in einem solchen Zustand befindet, also offenkundig ungehorsam ist und sündigt, dann ist es dir nicht erlaubt, mit ihm zusammenzubleiben. Dass du dich von ihm trennst, ist besser für dich in Bezug auf deinen Glauben wie auch für dein diesseitiges Leben. Und Allâh der Erhabene wird dir als Ersatz jemanden geben, der besser ist als er.

Wie viele Frauen gibt es, die sich mit einem verdorbenen Ehemann aufgehalten haben, woraufhin er ihr ihren Glauben und ihre Religiosität verdarb und ihr diesseitiges Leben ruinierte! Die körperlichen und psychischen Schäden, die du feststellst, sind Beispiele dafür.

Was die Kinder betrifft, so ist der Ehemann verpflichtet, für ihren Unterhalt aufzukommen, sich um sie zu kümmern und ihnen alles zur Verfügung zu stellen, was sie benötigen. Nichts davon muss die Ehefrau tun.

Zudem ist es nicht korrekt über Sünder zu sagen, dass sie ein angenehmes Leben führen. Im Gegenteil: Der Zustand, in dem sie sich befinden, ist nichts anderes als eine Qual und ein hassenswerter Zustand. Und die Sorgen, Bedrängnisse, Trostlosigkeit und Finsternis, die ihr Herz treffen, sind viel gewaltiger als jegliche Prüfung, durch die gehorsame Menschen heimgesucht werden. Doch auf Grund der vielen Sünden nehmen sie nicht wahr, dass das, was sie getroffen hat, an ihren Sünden liegt. Und möglicherweise loben sie ihren eigenen Zustand aus Hochmut und Trotz.

Und Allâh weiß es am besten!

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