Aufrechterhalten der Ehe mit einer vom Islâm abgefallenen Ehefrau
Fatwâ-Nummer: 5985

  • Fatwâ-Datum:3-3-2019
  • Bewertung:

Frage

Im Namen Allâhs des Allerbarmers des Allbarmherzigen!
Vor einem Jahr habe ich eine Ausländerin geheiratet, die kurz zuvor den Islâm angenommen und den Hidschâb getragen hat. Aber nach kurzer Zeit sagte sie zu mir, dass der Islâm viele Mängel habe, dass sie nämlich nicht daran glaube, dass geräuschlose Winde die rituelle Reinheit aufheben, dass die Frau beim Gebet keinen Hidschâb tragen solle, da Allâh kein Mann sei, der sie dann (lüstern) anblicken werde, und dass der Gesandte dem Qurân einiges hinzugefügt habe.
Meine Frage ist: Darf ich sie aus religiöser Sicht als Ehefrau behalten? Es ist zu erwähnen, dass sie sagt, sie glaube an die Einzigartigkeit Allâhs sowie an alle drei Himmelsreligionen, aber sie meint, dass diese Religionen, einschließlich des Islâm, gefälscht wurden.

Antwort

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

 

Da diese Frau den Islâm angenommen und die Pflichten der Muslime gegenüber dem Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erfahren hat, sowie daran glaubt, dass das, was ihm geoffenbart wurde, von Allâh kommt, und dass er nicht aus eigener Neigung redet, sondern es sich nur um eine Offenbarung handelt, die eingegeben wird, dann gelten ihre Worte als Abfall vom Islâm, und daher darfst du sie nicht als Ehefrau behalten, da Allâh der Erhabene sagt: „Und haltet nicht an der Ehe mit den ungläubigen Frauen fest“ (Sûra 60:10), und Er sagt auch: „Und heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben.“ (Sûra 2:221).

 

Dass diese Frau sagte, sie glaube an alle drei Himmelsreligionen, nutzt ihr nichts, denn der Glaube sind, wie man weiß, nicht nur die bloßen Worte durch die Zunge, während man an allem festhält, was dem Glauben widerspricht, wie z. B. die Nicht-Ergebung und die Nicht-Unterwerfung unter die Bestimmungen Allâhs des Erhabenen sowie der Glaube daran, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) der Scharia etwas aus eigener Neigung zugefügt oder etwas verschwiegen hat. Das alles widerspricht dem Glauben an Allâh und Seinen Gesandten, und Allâh der Erhabene sagt: „Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen.“ (Sûra 4:65).

 

Auch der Glaube an die drei Himmelsreligionen wird nur denjenigen nützen, die fest daran glauben, dass der Islâm die beiden Religionen vor ihm (gemeint sind das Judentum und Christentum) abrogierte und über ihnen beiden steht, sonst wird dieser Glaube niemandem etwas nutzen, da Allâh der Erhabene sagt: „Wer aber als Religion etwas anderes als den Islâm begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ (Sûra 3:85).

 

Und Allâh weiß es am besten!

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